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Share of Voice in KI-Antworten: Berechnung und Beispiel

Redaktion · Aktualisiert 2026-10-14 · 5 Min. Lesezeit

Share of Voice in KI-Antworten ist Ihr Anteil an allen Markennennungen, die auf einer festen Fragenliste über alle verfolgten Marken zusammenkommen. Nennt eine Antwortreihe 30-mal irgendeine Marke und 6-mal Ihre, liegt der Share of Voice bei 20 Prozent. Die Zahl ist nur im Vergleich mit Wettbewerbern aussagekräftig.

Die Formel und ein Rechenbeispiel

Share of Voice = eigene Markennennungen ÷ Summe aller Nennungen aller verfolgten Marken, bezogen auf dieselbe Fragen- und Engine-Menge im selben Zeitraum.

Ein Beispiel in Anlehnung an den Kennzahlen-Leitfaden von BusinessMCP: Auf zehn Fragen werden insgesamt 30 Markennennungen gezählt, sechs davon betreffen Sie. Ihr Share of Voice beträgt 6 ÷ 30 = 20 Prozent. Wichtig ist, dass jede Nennung zählt, auch mehrere Nennungen innerhalb einer Antwort, solange Sie die Zählregel vorab festlegen und konstant halten.

Kernaussage: Share of Voice ist kein absoluter Wert, sondern ein Marktanteil innerhalb Ihrer Definition von Markt. Ändern Sie Fragen oder Wettbewerber, ändert sich die Zahl.

Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen

Kennzahl Nenner Aussage
Erwähnungsrate alle getrackten Antworten Wie oft werden Sie überhaupt genannt?
Zitationsrate alle getrackten Antworten Wie oft wird Ihre Domain als Quelle verlinkt?
Share of Voice alle Nennungen aller Marken Wie groß ist Ihr Anteil am Gesamtgespräch?
Zitatposition Quellen einer Antwort Wo stehen Sie in der Quellenliste?

Die Erwähnungsrate kann hoch sein, während der Share of Voice niedrig bleibt, wenn Wettbewerber in denselben Antworten mehrfach genannt werden. Umgekehrt kann ein gutes Share-of-Voice-Ergebnis bei wenigen Antworten mit Nennungen entstehen. Berichten Sie deshalb beide Werte nebeneinander. Die Grundlagen zur gesamten Messreihe stehen im Artikel KI-Sichtbarkeit messen.

Typische Fehler bei der Auswertung

  1. Wettbewerber ändern sich laufend. Fügen Sie in Woche vier einen starken Wettbewerber hinzu, fällt Ihr Anteil, ohne dass sich Ihre Lage verschlechtert hat. Dokumentieren Sie Änderungen der Liste.
  2. Fragen mit Markenbezug. Wer die eigene Marke in die Frage schreibt, verzerrt den Anteil zu seinen Gunsten. Nutzen Sie neutrale Fragen, wie in Prompts für KI-Tracking auswählen beschrieben.
  3. Zu kleine Stichprobe. Bei wenigen Antworten springt der Wert stark. Intervalle machen das sichtbar, siehe Warum KI-Antworten schwanken.
  4. Engines mischen. Ein Share of Voice über ChatGPT, Gemini und Perplexity verdeckt Unterschiede. Zeigen Sie zusätzlich die Aufschlüsselung je Engine.
  5. Recall und Websuche vermischen. Antworten aus Modellwissen reagieren kaum auf Änderungen Ihrer Website. Trennen Sie beide Gruppen.

Wie Sie die Zahl nutzen

Ein sinnvoller Bericht enthält drei Ebenen:

  • Gesamt: Share of Voice über alle Fragen.
  • Nach Fragegruppe: etwa Problemfragen, Kategoriefragen, Vergleichsfragen. Hier zeigt sich, wo Sie fehlen.
  • Nach Quelle: Welche Domains zitieren Engines, wenn Wettbewerber genannt werden? Daraus ergeben sich Ziele für Redaktionsarbeit und Digital PR.

Werkzeuge rechnen Share of Voice automatisch aus. Die KI-Sichtbarkeits-Messung von BusinessMCP bewertet Ihre Marke und jeden verfolgten Wettbewerber laut Produktseite in einem Durchgang über dieselben Antworten und zeigt zusätzlich ein Ranking zitierter Domains. Das erspart eigene Tabellenarbeit, ersetzt aber nicht die Entscheidung, welche Fragen und Wettbewerber Sie aufnehmen.

Ein sinnvolles Ziel formulieren

Setzen Sie keine absoluten Ziele wie “30 Prozent”. Besser ist eine relative Aussage: “Wir wollen bei den fünf wichtigsten Kategoriefragen zum zweitstärksten Wettbewerber aufschließen.” Prüfen Sie dann über mindestens vier bis acht Wochen, ob sich der Abstand verringert. Sinnvoll ist auch, Ziele an Tools mit passendem Messtakt zu knüpfen, wie im Tool-Überblick beschrieben.

Und noch eine Grenze: Share of Voice sagt, wie oft Sie genannt werden, nicht in welchem Ton. Eine Nennung als Negativbeispiel zählt in einfachen Zählungen genauso. Lesen Sie deshalb regelmäßig eine Stichprobe der Rohantworten, bevor Sie Zahlen an die Geschäftsführung berichten.

Rechenbeispiel mit drei Marken

Ein ausgearbeitetes Beispiel macht die Logik greifbar. Angenommen, Sie beobachten zehn Fragen in einer Engine, mit je einem Lauf, und zählen alle Markennennungen:

Marke Nennungen Share of Voice
Ihre Marke 6 20 %
Wettbewerber A 15 50 %
Wettbewerber B 9 30 %
Summe 30 100 %

Ihre Marke wird 6-mal genannt, die Gesamtzahl beträgt 30, also 20 Prozent. Wettbewerber A dominiert mit 50 Prozent. Nun die Gegenprobe über die Erwähnungsrate: Kommen Sie in sechs von zehn Antworten vor, liegt sie bei 60 Prozent. Das zeigt, warum beide Kennzahlen zusammengehören. Sie sind in 60 Prozent der Antworten präsent, halten aber nur ein Fünftel aller Nennungen. Vermutlich werden Wettbewerber in denselben Antworten häufiger oder mehrfach genannt.

Die Zahlen sind frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung.

Wettbewerber richtig auswählen

Die Wettbewerberliste bestimmt das Ergebnis. Drei Hinweise:

  • Wählen Sie die Marken, die Ihre Kunden tatsächlich vergleichen, nicht die, die Sie für Konkurrenz halten. Die Assistenten zeigen oft selbst, wer genannt wird.
  • Nutzen Sie Vorschläge aus den Antworten. Manche Werkzeuge schlagen Wettbewerber aus den Antworten der Engines vor. Sie entscheiden, was Sie behalten.
  • Halten Sie die Liste stabil. Ergänzungen sind möglich, aber mit Datum zu dokumentieren.

Bei BusinessMCP etwa werden laut Produktseite Wettbewerbervorschläge aus Engine-Antworten generiert, während die Auswahl bei Ihnen liegt. Das ist ein praktischer Weg, blinde Flecken zu finden.

Share of Voice in Berichten darstellen

Für Berichte eignen sich drei Darstellungen: ein Balken je Marke für die Gesamtverteilung, eine Zeitreihe Ihres Anteils über mehrere Wochen und eine Matrix aus Fragengruppen und Marken. Vermeiden Sie Tortendiagramme mit mehr als fünf Segmenten und Nachkommastellen, die Genauigkeit vortäuschen. Ergänzen Sie in jedem Diagramm die Zahl der Läufe, damit Leser die Unsicherheit einschätzen können. Wie sich diese Unsicherheit berechnet, erklärt der Artikel Warum KI-Antworten schwanken.

Weiterführende Quelle zur Kennzahlensystematik

Eine Übersicht verwandter Kennzahlen wie Zitatposition, Crawler-Treffer und KI-Referral-Traffic finden Sie im Leitfaden zu KI-Sichtbarkeits-Metriken von BusinessMCP, den wir bereits im Beitrag zur Messung herangezogen haben. Wichtig für die Praxis: Share of Voice ist nur eine von mehreren Kennzahlen. Er sollte nie allein berichtet werden, sondern zusammen mit der Erwähnungs- und der Zitationsrate. Erst die Kombination zeigt, ob Sie selten, aber prominent, oder oft, aber nur am Rande vorkommen. Ergänzen Sie außerdem stets die Zahl der Läufe und den Zeitraum, damit Leser die Aussagekraft selbst beurteilen können. Und prüfen Sie regelmäßig, ob die Wettbewerberliste noch dem Markt entspricht, denn neue Anbieter tauchen in Antworten oft früher auf, als sie in Ihrem Vertrieb eine Rolle spielen.

Häufige Fragen

Wie berechnet man Share of Voice in KI-Antworten?

Teilen Sie Ihre Markennennungen durch die Summe aller Nennungen aller verfolgten Marken über dieselbe Fragenliste. Beispiel: 6 eigene von 30 Nennungen ergeben 20 Prozent.

Was ist der Unterschied zur Erwähnungsrate?

Die Erwähnungsrate misst, in wie vielen Antworten Sie vorkommen. Der Share of Voice setzt Ihre Nennungen ins Verhältnis zu allen Nennungen im Markt.

Ist ein hoher Share of Voice immer gut?

Nur im Vergleich. Er hängt von der Auswahl der Wettbewerber und der Fragen ab. Ändert sich die Liste, ändert sich die Zahl.

Wie viele Wettbewerber sollte ich verfolgen?

Drei bis sieben sind üblich. Zu wenige verzerren den Anteil, zu viele machen das Reporting unübersichtlich.

Quellen